Ein Blick in den digitalen Untergrund
Cyberangriffe und der digitale Untergrund sind längst kein Problem mehr, das ausschließlich große Konzerne betrifft. Auch kleine und mittelständische Unternehmen sowie Privatpersonen geraten zunehmend ins Visier professioneller Angreifer.
Bei einer Veranstaltung im Gründwerk Dachau gab Peter Kestner, CEO von dc pretorian und ehemaliger Hacker, Einblicke in die Denkweise, Methoden und Strukturen der digitalen Angreiferwelt – oft auch als „digitaler Untergrund“ bezeichnet.
Der Abend zeigte eindrucksvoll, wie unterschiedlich Hacker arbeiten und warum viele Angriffe weniger mit technischer Raffinesse als vielmehr mit menschlichen Schwachstellen zu tun haben.
Mythen und Realität: Wie Hacker wirklich arbeiten
Viele Menschen stellen sich Hacker als isolierte Computer-Nerds vor, die nachts in dunklen Kellern sitzen. Die Realität sieht anders aus. Professionelle Angreifer arbeiten häufig strukturiert, organisiert und teilweise sogar arbeitsteilig.
Während einige Hacker ihre Fähigkeiten nutzen, um Sicherheitslücken aufzudecken, verfolgen andere Hacker finanzielle oder politische Ziele. Die Grenzen zwischen sogenannten White-Hat‑, Grey-Hat- und Black-Hat-Hackern sind dabei nicht immer eindeutig.
Für Unternehmen bedeutet das: Angriffe können aus ganz unterschiedlichen Richtungen kommen – von externen Angreifern, aber auch durch interne Schwachstellen oder kompromittierte Accounts.

Der Mensch als Sicherheitsfaktor
Eine zentrale Erkenntnis des Abends war, dass Cyberangriffe häufig nicht über komplexe technische Schwachstellen beginnen, sondern über menschliche Faktoren. Angreifer nutzen gezielt Vertrauen, Gewohnheiten oder Unachtsamkeit aus, um Zugang zu Systemen oder sensiblen Informationen zu erhalten.
Gerade deshalb ist Cybersecurity nicht nur eine technische Aufgabe, sondern auch eine Frage von Aufmerksamkeit und kritischem Denken im digitalen Alltag.
„Kopf einschalten im digitalen Raum. Bei vielem, was im Internet kostenlos daherkommt, bezahlen Nutzer mit ihren Daten“
Peter Kestner, CEO | pretorian
Diese einfache Regel beschreibt ein zentrales Problem unserer digitalen Gesellschaft: Viele Dienste wirken bequem und kostenlos, doch im Hintergrund werden häufig persönliche Daten gesammelt, ausgewertet oder weiterverarbeitet.
Digitale Souveränität gewinnt an Bedeutung
Ein häufiges Missverständnis besteht darin, dass Sicherheit durch den Einsatz einzelner Tools erreicht werden kann. In der Praxis funktioniert Cybersecurity jedoch anders.
Digitale Sicherheit ist ein kontinuierlicher Prozess, der regelmäßige Prüfungen, Anpassungen und Weiterentwicklungen erfordert. Unternehmen müssen ihre Sicherheitsstrategien ständig an neue Bedrohungen anpassen und sowohl technische als auch organisatorische Maßnahmen kombinieren.
Wirksame Sicherheitskonzepte entstehen meist aus mehreren Komponenten: klaren Prozessen, geeigneten Technologien und einem hohen Sicherheitsbewusstsein innerhalb der Organisation.
Cybersecurity betrifft uns alle
Der Abend im Gründwerk Dachau machte deutlich, wie groß das Interesse an verständlichen Einblicken in Cybersecurity ist – sowohl bei Unternehmen als auch bei Privatpersonen.
Die offene Diskussion mit den Teilnehmenden zeigte, dass viele Fragen rund um digitale Sicherheit im Alltag entstehen: beim Umgang mit E‑Mails, Online-Diensten, Passwörtern oder Unternehmenssystemen.
Cybersecurity ist deshalb kein Randthema mehr, sondern eine grundlegende Kompetenz in einer zunehmend digitalen Welt.
Bericht in der Süddeutschen Zeitung
Auch die Süddeutsche Zeitung war vor Ort und berichtete über die Veranstaltung.
